Haus der Essener Geschichte (33)

Ehemalige Höhere Mädchenschule, erbaut 1906
  • 1906 von Architekt Friedrich Paulsen erbaut, beherbergt das Haus der Essener Geschichte das Stadtarchiv mit seinen bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Beständen.

    Das wunderschöne alte Schulgebäude wurde 2007 restauriert – dies geschah im Rahmen des Neubaus eines Magazinhauses des Stadtarchivs mit prägnanter COR-TEN-Stahl-Fassade. Es beherbergt auf 17 Regal-Kilometern Archivarien der Stadt Essen und schließt baulich die im Kriege entstandene Lücke des Schulblockes.

    Die Dauerausstellung „Essen – Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ ist sehr informativ und sehenswert. Sie beginnt mit der Großstadtwerdung Essens 1896, als der Kaiser anlässlich der Geburt des 100.000 Esseners den Rat besuchte. Spannend ist auch ein Einblick in den Aufbau der Stadt anhand von Kartenmaterial des berühmten Stadtplaners Robert Schmidt. Aus der Weimarer Zeit liegt ein Fokus auf der Architektur recht kühner Bauwerke, die in Essen zu jener Zeit entstanden. Der größte Ausstellungsteil behandelt die Nazizeit und berichtet über die damaligen Verhältnisse in der Stadt; dann folgt die Nachkriegszeit. Aus der Zeit des Wiederaufbaus kann man den originalen Fußball aus dem Spiel um die deutsche Meisterschaft Rot-Weiß-Essen gegen Kaiserslautern von 1955 bewundern. Heute arbeiten in Essen 80 Prozent der Beschäftigten als Dienstleister, Anfang der fünfziger Jahre waren es gerade mal ein Drittel. Auch der Strukturwandel in Essen wird – bis zum Kulturhauptstadtjahr – in der Ausstellung thematisiert. 

    Übrigens: Schräg gegenüber vom Bismarckplatz steht das Bismarckdenkmal, das 1899 eingeweiht wurde. Schauen Sie doch auch einmal am Siemens-Verwaltungsgebäude auf der Kruppstraße vorbei. Es befindet sich ganz in der Nähe und wurde von dem berühmten Berliner Architekten Hans Hertlein in den 30er Jahren erbaut!

    Hörtour

    Entfernung von der (H) Essen Hbf: 300 m, Ausgang B, Kruppstraße folgen bis Bismarckplatz 

    Die historische Dauerausstellung "Essen - Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert" wird ab Juni donnerstags von 14 bis 18 Uhr auch ohne Führung und Anmeldung zu besichtigen sein. 
    Weiterhin werden mittwochs um 16 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr kostenfreie öffentliche Führungen durch die Dauerausstellung angeboten.

    An den übrigen Wochentagen wird die Ausstellung für angemeldete Gruppen – z. B. Schulklassen – geöffnet (kostenpflichtig).